1996 wurde net-value beauftragt, ein "wirklich bürgerorientiertes" Informationsservice für Amtswege in Österreich zu konzipieren.
1997 wurde http://www.help.gv.at der Öffentlichkeit
vorgestellt. Es war die erste Behörden-Internet-Site in Europa, die nach dem System
Lebenslagen aufgebaut wurde.
Die Gründe dafür gelten mehr denn je:
BürgerInnen als auch KonsumentInnen wollen oder müssen meist aus einer Situation heraus etwas tun bzw. konsumieren.
Der/Die BürgerIn will nicht überlegen müssen, wie die rechtlich korrekte Bezeichnung von Amtswegen, Formularen und Verfahren ist, sondern will den Zugang aus Begriffen wählen, die er/sie im täglichen Leben auch verwendet.
Jeder in Hamburg, Zürich oder Wien versteht das gleiche unter Geburt, Kraftfahrzeug, Unternehmensgründung, Mitarbeiter-Anstellung. Unter "Lenkerberechtigung" hingegen werden nur wenige BürgerInnen zuerst suchen.
Lebenslagen-Bezeichnungen werden von allen verstanden, in ganz Europa und darüber hinaus.
Er/Sie will alle notwendigen Wege in der richtigen Reihenfolge "gebündelt" und auf einen Blick erkennbar erfahren.
Niemand will für die Einholung dieser Information Suchmaschinen beschäftigen und dann aus mehreren Behördensites ein Informations-Puzzle zusammensetzen. Der Aufbau nach Lebenslagen macht es möglich, alle Behördengänge, die das Thema "Geburt" betreffen können, zusammenzufassen.
Die realen Amtswege unterscheiden sich von Region zu Region - sowohl im Ablauf, als auch in der Benennung.
Aber Lebenslagen sind vergleichbar. Deshalb macht es das Lebenslagen-Konzept leicht möglich, verbundene Amtswege auch überregional zu verbinden. Von Stadt zu Stadt, von Land zu Land, innerhalb Europas und einmal auch weltweit.
Der Mensch ist nicht nur ein staatliches Individuum. Er/Sie lebt vor allem mit persönlichen Bedürfnissen. Lebenslagen, die Amtswege nach sich ziehen, erfordern immer auch privaten Konsum:
Nach einer Geburt werden ein Kinderbett, Windeln und Babynahrung benötigt, beim Schuleintritt Bleistifte, Hefte und eine Schultasche.
Der Aufbau nach Lebenslagen ermöglicht die nutzerfreundliche Verbindung des Behördenganges mit privatem Konsum im Moment des konkreten Bedarfs - und kann so auch zur Finanzierung öffentlicher Leistungen in Zeiten knapper Budgets beitragen.
Diese Möglichkeit sollte unseren Erfahrungen nach allerdings nur sehr behutsam und auf Basis eines fundierten Konzeptes eingesetzt werden.
Zu viel "Privatwirtschaft" auf Behörden-Sites wird weder von BürgerInnen noch von Behörden geschätzt und kann die Glaubwürdigkeit von Behörden-Services untergraben.